Time is passing too fast

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Der Tod ist schon eine seltsame Sache. Jedem von uns ist bewusst, dass wir alle irgendwann sterben werden und doch verdrängen wir diesen Gedanken so sehr nach hinten, dass uns ein Todesfall vollkommen aus der Bahn bringt.

Tod ist immer mit Schmerz und Verlust verbunden. Wenn jemand stirbt, dann lässt er Menschen zurück, die ihn geliebt haben und ihn vermissen werden. Ich gehöre selbst zu diesen Menschen, die vermissen, die gerne ein verklungenes Lachen würden, eine altbekannte Stimme. Doch der Tod ist erbarmungslos. Er nimmt uns geliebte Menschen weg.

Ich weiß, dass Leben vergänglich ist, dass es nicht nur unmöglich, sondern auch schwachsinnig ist, jemanden ewig am Leben erhalten zu wollen. Irgendwann ist die eigene Zeit auf Erden vorbei. Alte Generationen müssen weichen, um für neue Platz zu machen, damit sich die Welt weiterentwickeln kann, weiterwachsen.

Die Gedanken an den Tod haben mir bewusst gemacht, wie wenig Zeit wir eigentlich haben. Tagen vergehen so schnell. Ehe wir uns versehen, vergehen Jahre. Mir kommt es noch wie gestern vor, dass ich mit meiner Schultüte in der Hand eingeschult wurde.

Aber gerade deswegen ist es wichtig die Zeit zu nutzen und das zu tun, was wir lieben. Nicht nur das, sondern auch unsere Ziele zu verwirklichen. Viel zu oft verschwende ich meine Zeit mit Dingen, die mir nichts bedeuten. Stattdessen sollte ich für all das kämpfen, das ich erreichen will.

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Die Angst zu Träumen

Eigentlich bin ich ein Mensch, der gerne träumt, der gerne in einem Wirrwar von Fantasie versinkt. Doch manchmal, wenn die Träume zu nahe an der Realität liegen, wenn sie nicht von schwebenden Feen und bösen Magiern handeln, sondern von der Zukunft, die vor einem liegt, dann… dann können sie Angst machen. Zumindest tun sie das bei mir.

Denn was passiert, wenn der Traum nicht eintritt? Wenn die Hoffnungen, die Wünsche nie in Erfüllung gehen. Wie jeder weiß sind Träume genau deswegen Träume, weil sie nicht so leicht zu erfüllen sind. Einen Traum kann man nicht so einfach im Supermarkt kaufen oder auf der Straße aufsammeln. Manche Träume erfüllen sich nie, für andere braucht man sehr viel Glück und für ein paar muss man hart arbeiten. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Traum nie zur Realität wird, ist nicht gerade klein. Und selbst wenn Glück wie Regen auf die Straße prasselt und jemand die Chance bekommt seinen Traum zu leben…wer sagt, dass der Traum so wird, wie man sich ihn erträumt hat?

Diese Gedanken bringen mich ab und an dazu meine Träume in eine kleine Kiste zu packen und sie ganz weit hinten in meinem Kopf zu verstauen, dort, wo niemand sie findet, wo ich sie nicht sehe. Statt den Mut aufzubringen für meinen Traum zu kämpfen, lenke ich mich mit anderen Dingen ab, vergesse wie wichtig mir das eigentlich ist.

Das ist ein Fehler und das weiß ich. Nur erinnere ich mich nicht immer daran. Viel zu oft vergesse ich das.

Es ist Unsinn den Traum zu vergessen, bloß weil er nicht wahr werden könnte. Wenn ich es noch nicht einmal versuche, dann kann der Traum gar nicht in Erfüllen gehen. Selbst wenn er es nicht tut, habe ich es wenigstens versucht.

Vielleicht werde ich meinen Traum niemals leben, aber ich werde dafür kämpfen. Und das solltet ihr auch machen. Schließt die Augen und überlegt euch, was ihr erreichen wollt, wer ihr sein wollt. Das kann alles Mögliche sein: irgendwann einmal durch ein bestimmtes Land reisen, ein Vorbild treffen oder den Beruf ausüben, den man sich erträumt. Egal was es ist (solange es sich nicht um solche Sachen wie unsichbar werden oder Zaubertränke mischen handelt 😉 ), versucht es zumindest.

Und ich werde das Gleiche tun.

Euer Schreibfinger

Diese Momente

Kennt ihr diese Moment? Diese Momente, wenn Sterne aufeinander prallen, Flüsse dich zu umschließen versuchen und du zu Eis erstarrst. Den Moment der Stille in einem reißenden Ozean. Die Pause vor der Realität, das Atmen deiner Seele. Dieses Gefühl, das sich einstellt, wenn du tief durchatmest, obwohl alles um dich herum auseinander bricht.

Und genau jetzt spüre ich so einen Moment. Städte bei Nacht sehen unglaublich aus. So ruhig und doch voller Leben. Reklamenlichter und Straßenlaternen funkeln wie Sterne am Himmel und spiegeln sich im pechschwarzen Fluss wieder.

„Ist alles in Ordnung?“, erklingt eine Stimme neben mir. Überrascht wende ich mich von dem wunderschönen Anblick ab und sehe meiner besten Freundin entgegen.
„Ja, klar“, erwidere ich langsam. Ein stilles Lächeln huscht dabei über mein Gesicht. Für einen Moment ist es das tatsächlich. Alles in Ordnung. Jegliche Verpflichtungen scheinen vergessen, so weit entfernt. Nur die Lichter der Nacht sind wichtig, das Funkeln des Flusses. Vielleicht sollte ich nachts öfter herkommen.

Skeptisch mustert sie mich, mit ihren dunkelbraunen Augen, die in der Nacht eher schwarz erscheinen. „Sicher?“, fragt sie mich leise, so leise, dass die anderen es nicht hören können. „Du bist so still.“

Still? Wieso muss Schweigen etwas Schlechtes sein? Das erste Mal seit Langem fühle ich mich so etwas wie frei. Ich kann atmen. Keine unsichtbaren Seile halten mich gefangen, oder zumindest sind sie für einen Moment etwas gelockert, kein Knebel hindert mich am Sprechen und keine Dornen stechen in meine Haut.

„Mir geht es gut, wirklich“, füge ich nachdrücklich hinzu und blicke sie ehrlich an. „Na komm, lass uns zu den anderen gehen.“ Noch einen letzten Blick werfe ich auf das ruhige Wasser, welches mir lautlos entgegen starrt. Kleine Wellen toben hin und her, als würden sie mir zuzwinkern. Ein letztes Lächeln gleitet über meine Lippen.

 

© Schreibfinger

300 Wörter jeden Tag

Das sollte doch nicht so schwer sein, oder nicht? Dreihundert Wörter sind nicht viel, noch nicht einmal eine halbe Seite. Das sollte doch zu schaffen sein. Das dachte ich zumindest noch vor ein paar Wochen. Die Neujahrsvorsätze verschob ich auf Mitte April, da zu dem Zeitpunkt all meine Prüfungen vorbei waren.

Anfangs klappten diese Ziele auch ganz gut. Selbst wenn ich an einem Tag nicht so viel Zeit hatte, habe ich mich an den Laptop gesetzt und 300 Wörter geschrieben. Mit jedem Tag schwand die Motivations jedoch ein bisschen mehr und schon nach zwei Wochen habe ich zwei Tage lang nichts geschrieben. Es kam in mir sogar der Gedanke auf, es ganz zu lassen. Wozu schreiben, wenn man nicht inspiriert ist? Wozu schaffen, wenn der Funke fehlt, der einen Antreibt.

Das Problem dabei ist nur, dass man manchmal auch selbst der Funke sein muss der einen antreibt. Natürlich könnte man warten, bis man irgendwann vielleicht mal wieder inspiert wird, aber dann müsste man lange Zeit das Schreiben missen, sich zu lange von einem Projekt entfernen, es vielleicht aufgeben. Manchmal keimt erst dann eine Idee auf, wenn die ersten zwei Sätze geschrieben sind, manchmal muss man sich selbst aufraffen, um sich zu inspirieren.

Deswegen ziehe ich das jetzt weiter durch und wer weiß, vielleicht schaffe ich es ja bis zum Ende dieses Jahres oder sogar noch länger. Vielleicht wollt ihr es ja auch ausprobieren.

300 Wörten sollten doch zu schaffen sein.

Maskengesichter

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Ein jeder von uns trägt sie. Ein jeder von uns weiß sich hinter ihr zu verstecken. Sie verbergen unser wahres Gesicht, unser wahres „Ich“. Das bunte Plastikt leuchtet grell, sticht den Menschen um uns herum ins Gesicht, blendet sie.

Jede Maske sieht anders aus. Manche sind kalt wie Eis, andere süß wie Zuckerwatte. Und doch sind sie alle gleich.Sie schützen uns – zumindest glauben wir das. Sie verhindern, dass wir uns anderen anvertrauen, dass wir uns ihnen zeigen, unsere Stärken und Schwächen.

Nur die wenigsten besitzen den Mut die Masken abzunehmen. Doch statt ihrem Beispiel zu folgen, verhöhnen wir sie. Spottende Worte tönen aus unseren Plastikmündern und lügende Blicke hinter den bunten Gesichtern.

Wir wiegen uns lieber weiter in Sicherheit, verleugnen uns selbst bis wir irgendwann vergessen wer wir sind, wer wir einmal waren.Bis sich unsere Maske mit unserer Haut verwächst, für immer bleibt.

Euer Schreibfinger

 

 

Frühlingsgefühle

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Langsam kommen die Knospen hervor und die Sonne kriecht aus ihrem Versteck. Die kalten Tage lassen uns immer seltener frieren und das Wettern zieht mich immer häufiger nach draußen. Die strahlende Sonne zaubert mir immer mal wieder ein Lächeln auf das Gesicht, auch an Tagen, an denen ich mich eigentlich lieber vergraben möchte.

Vögel zwitschern und die Blumen blühen wieder, so wie auch meine Geschichten. Der Frühling und das schöne Wetter zaubern wunderschöne Gedanken in meinen Kopf und entführt mich in fremde Welten. Der Blick in den Himmel lässt mich die wundervolle Aufregung spüren, die mich erfasst, wenn ich eine neue Idee vor Augen habe. Eine Szene spielt sich vor meinen Augen ab, manchmal auch nur ein Bild. Manches Mal reicht bloß ein bestimmten Gefühl, ein Farbschema, um Worte aufs Papier zu zaubern, um neue Welten zu erschaffen.

Lasst euch von dem aufkommenden Frühling inspieren, von jedem neuen Grün, das nun wächst, von jedem Lachen der Sonne und von dem Singen der Vögel.

Lasst eurer Fantasie freien Lauf, lasst euch von zarten Blütenblättern betören, von ihrer sanften Farbe fazinieren und ihrer Unschuldigkeit inspirieren.

Euer Schreibfinger.

Gedankenkünstler

Ein jeder von uns ist irgendein Künstler. Manche zeichnen mit Farben, andere mit Worten und ein paar von uns mit Erinnerungen.

Das Wort Kunst wird oftmals so eingegrenzt betrachtet. Dabei gibt es mehr Kunst als Gemälde und Skulpturen.

Ein Gedicht, in dem spielerisch Wörter aneinander gekettet werden, kann Träume wecken und Geheimnisse verstecken. Ein Lied kann uns in andere Welten schweben lassen, unseren Tag verschönern – und dabei ist es völlig gleichgültig, ob das Lied tausende von Menschen berührt oder bloß einen einzigen. Ein Foto kann die verschiedensten Atmosphären eines Ortes einfangen, ihn wie ein verwunschenes Paradies aussehen lassen oder wie den trostlosen Platz der Welt.

Doch nicht nur das sehe ich als Kunst an, sondern auch das Schaffen von Erinnerungen. Kunst sollte nicht nur wiederspiegel, wie wir unsere Umwelt wahrnehmen. Jeder Tag, den wir genießen, jeden Tag, den wir mit unseren Gedanken basteln, den wir mit wunderschönen Erinnerung füllen, ist ein Kunstwerk in sich, ein Kunstwerk, dass wir bewahren sollten, statt vergessen.

Welcher Gedankenkünstler bist du?

Euer Schreibfinger

Ein Tag zum Träumen

Es gibt viele solcher Tage. Jeder von ihnen ist so einzigartig und doch sind sie alle gleich. Sie inspirieren uns. Sie sind Quelle aller Bücher, Filme und Geschichten. An manchen Tag muss noch nicht einmal etwas besonderes geschehen, es reicht die Sonne, die uns ins Gesicht lacht, der neu erwachte Frühling. Es reicht, die Augen zu schließen und eine neue Welt vor sich zu sehen, eine Welt, die wir selbst erschaffen können.

Es sind diese Momente, die einen Künstler ausmachen. Es sind diese Momente, die ich am Schreiben liebe. Die Momente, in denen mein Herz aufgeht, während Leben aus der Tastatur entspringt. Und so einen Moment spüre ich jetzt.

Genießt die ersten Sonnenstrahlen und den kommenden Frühling.

Euer Schreibfinger

 

Freiheit

Ein einfaches Wort mit zwei Silben und doch löst es so viele Emotionen bei jedem einzelnen Menschen aus. Viele haben in der Vergangenheit dafür gekämpft, andere kämpfen heute noch dafür.

Die Menschen in den westlichen Ländern können zumindet behaupten, dass sie mehr oder weniger frei sind. Uns wurden Rechte wie Meinungsfreiheit, Pressefreiheit und Religionsfreiheit zugesichert. Doch bedeutet dies, dass wir tatsächlich frei sind?

Tatsache ist, dass eine Gesellschaft gewisse Zwänge bedeutet, Zwänge, für die wie selbst verantwortlich sind. Es geht darum, was als Erfolg erachtet wird, was als Positiv, was als negativ. Mit diesen Vorurteilen schränken wir unsere eigene Freiheit ein, ohne es zu bemerken.

Manchmal frage ich mich, ob es überhaupt möglich ist, vollkommen frei zu sein, zu handeln ohne auf die Stimmen zu hören, die einen einschränken. Es ist schwer seinen eigenen Weg zu finden, unabhängig davon, was andere darüber sagen würden. Aber ist es nicht das, was wir unser ganzes Leben lang versuchen? Unser Glück zu finden? Uns selbst?

Zumindest versuche ich das. Und es ist manchmal gar nicht so einfach. Aber ich glaube, jeder besitzt die Möglichkeit frei zu handeln. Der einzige Unterschied besteht darin, dass es einige schwerer haben als andere. In einer Diktatur ist es gefährlicher und schwerer für seine eigene Meinung einzustehen. Deswegen sollten diejenigen, deren Freiheit nicht von Gewalt und Tod bedroht ist, sondern nur von Vorurteilen und sich selbst, die Freiheit genießen. Man sollte sich niemals von einer Entscheidung abhalten, nur aufgrund von gesellschaftlichen Normen und Werten.

Etwas, das für mich frei sein bedeutet, ist das hier. Jedes Mal, wenn ich mich an die Tastatur setze und schreibe, bedeutet es für mich Freiheit. Ich kann das machen, was ich liebe, ich kann meine Gedanken offen ausdrücken.Viele andere Menschen auf der Welt können das nicht so einfach – zumindest nicht, ohne sich dabei in Gefahr zu begeben.

Was bedeutet für euch Freiheit?

Fingerfarben

Mit Blau, Rot, Grün und Gelb malen wir unsere Leinwand an. Es gibt Striche, die wir bereuen und Punkte, die wir für immer lieben werden. Weiß wandelt sich zu Blau, Blau wird zu Lila und Lila zu schwarz. Manche Bilder übermalen Altes, andere werden wir niemals vergesse.

Mit jedem neuen Strich entdecken wir eine andere Welt, mit jedem neuen Strich sehen wir ein anderes Bild. Die Malerei bleibt niemals bestehen, sondern wandelt sich unaufhörlich, ohne dass wir es bemerken. So langsam und schleichend, dass wir den Unterschied kaum erkennen. Erst nach einer ganzen Weile – wenn wir zurückdenken – fällt uns auf, wieviel sich eigentlich verändert hat.

Mal überwiegt das Schwarz und mal das Gelb. Die Farben strotzen vor Liebe, Trauer, Freude und Schmerz. Hier und da ist noch ein Fleckchen Weiß zu erkennen, doch nach und nach werden sie verdeckt, die Leinwand mit Leben gefüllt. Hier und da wird das Schwarz von Grün übermalt, das Rot von Grau. Manche Muster werden halb verdeckt, ihre Form lässt sich bloß noch erahnen, doch ihre Bedeutung bleibt bestehen, denn keins dieser Muster kann vergehen. Sie sind ein Teil der Leinwand geworden, mit ihr verschmolzen und so auch mit uns.

Erst wenn wir unsere Finger von der Leinwand lösen, ist das Kunstwerk beendet. Es strahlt ganz von alleine, auch ohne uns. Es spiegelt bloßeinen Bruchteil unserer Kunst, unserer Farbenpracht wieder. Betrachter können die Bedeutung nicht ganz erfassen, verdeckte Muster bleiben vor ihnen verschlossen, machen Schmerz, manche Freude können sie nicht sehen. Und doch ist es das einzige, das von uns bleibt, dass sie sehen.

 

 ©Schreibfinger